Stevia - der ideale Zuckerersatz aus Südamerika?

Die Blätter der Stevia rebaudiana
Die Blätter der Stevia rebaudiana.

Einführung - Stevia

Stevia auch “Süßkraut” oder “Honigkraut” genannt, ist ein Zuckerersatz (Süßstoff), der aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana gewonnen wird. Es ist bekannt, dass die Blätter der Pflanze in Südamerika bereits seit Jahrhunderten zum Süßen von Speisen und Getränken verwendet werden. Die Süßkraft der Pflanze ist dabei 30-mal so stark, wie die von Zucker und der konzentrierte Süßstoff, der als Lebensmittelzusatz aus ihr gewonnen wird ist sogar 300-mal so süß, wie der herkömmliche Haushaltszucker.

Rechtliche Lage in der EU

Seit dem 2. Dezember 2012 ist Stevia oder besser gesagt die Steviolglycoside unter strengen Auflagen in der EU als Lebensmittelzusatz erlaubt. Der Verkauf der Pflanze oder der Blätter ist innerhalb der EU immer noch verboten, da noch nicht alle Inhaltsstoffe der Pflanze bekannt sind und einige Studien Anlass zur Vorsicht geben.

Verwendung in der Industrie

Auch wenn die Pflanze nun endlich als Lebensmittelzusatz erlaubt ist, werden Sie keine oder kaum reine Produkte, sondern in der Regel Mischprodukte aus Stevia und Zucker, finden. Die EU hat seiner Zeit beschlossen, dass höchstens 30% des Zuckers eines Produktes durch das Süßungsmittel ersetzt werden dürfen. Bei der Herstellung bestimmter Produktgruppen, wie beispielsweise Gebäck oder Keksen, ist es sogar weiterhin gänzlich verboten.

Ist Stevia besser als Zucker?

Abenteuer Leben (13:08 Min.)

Ist Stevia besser als Zucker?

Ist Stevia gesundheitlich verträglich?

Das Süßungsmittel enthält keinerlei Kalorien und wirkt sich nicht negative auf den Blutzuckerspiegel aus, was es zu einem idealen Zuckerersatz für Diabetiker macht. Auch verursacht es keinen Karies und es wird ihm sogar eine blutdrucksenkende und gefässerweiternde Wirkung nachgesagt.

 

Lange Zeit galt der Zuckerersatz aufgrund einer Studie von 1985 als gesundheitlich bedenklich, was aber dann Mitte 2000 in verschiedenen Studien zweifelsfrei widerlegt werden konnte. Dabei zeigte sich, dass das Süßungsmittel Steviosid wohl keine schädlichen Eigenschaften aufweist. Das Abbauprodukt des Steviosid, das Steviol, ist jedoch weiterhin umstritten. Faktisch ist es aber so, dass ein Mensch, um einen schädlichen Effekt zu erzielen, eine unwahrscheinlich große Menge Stevia über einen längeren Zeitraum zu sich nehmen müsste. Die Einnahme einer solchen Menge Zuckers würde sich ebenfalls als äußerst schädlich auf die Gesundheit erweisen.

Muss ich bei der Einnahme Etwas beachten?

Laut WHO und FAO ist die Einnahme von bis zu 4mg/kg am Tag völlig unbedenklich. Die von der Europäischen Kommision festgelegte “akzeptable tägliche Aufnahmemenge” (ADI-Wert) liegt sogar deutlich höher und zwar bei 10mg/kg am Tag. Achten Sie aber besonders bei Kindern darauf, dass die empfohlene tägliche Höchstmenge nicht überschritten wird. Eine dauerhafte Überdosierung könnte zu gesundheitlichen Problemen führen.

Abnehmen durch Zuckerersatzstoffe

Ist Stevia geeignet für meine Diät?

Da es keine Kalorien enthält und sich nicht auf den Blutzucker auswirkt ist es optimal, um Ihre Diät zu unterstützen. Bitte achten Sie dabei jedoch auf die empfohlene Höchstmenge und überschreiten diese, Ihrer Gesundheit zu Liebe, nicht.

Kann man mit Stevia bedenkenlos kochen & backen?

Der Zuckerersatz hat einen mehr oder minder starken Eigengeschmack, der jedoch, wie ein in den USA durchgeführter Test, gezeigt hat, von manchen Menschen sogar als angenehmer als der von Zucker empfunden wird. Aufgrund seiner hohen Süßkraft erweist sich der Zuckerersatz gerade im Bereich des Backens als ungeeignet, da hier der Zucker oft als Füllstoff zum Einsatz kommt und Stevia im Verhältnis zu seiner Masse eine zu hohe Süßkraft besitzt (mittlerweile gibt es aber immer mehr Rezepte, die diesem Umstand Rechnung tragen). Falls Sie eine Alternative zum Backen suchen, schauen Sie sich doch mal Xylitol und Erythritol an. Für viele andere Rezepte ist das “Honigkraut” aber geradezu ideal.

Ein Fazit

Ganz wird der südamerikanische Süßststoff den Zucker wohl nicht aus unseren Haushalten verdrängen können. Wer jedoch auf künstliche Süßstoffe wie beispielsweise Aspartam verzichten und die Anzahl an eingenommenen Kalorien etwas zurückschrauben möchte, der ist mit Stevia bei gemäßigter Einnahme, sehr gut beraten.

Stevia (rebaudiana)
Kalorien auf 100g: 0
Süßkraft x-mal Zucker: 300
Besonderheiten:
  • Bestens für Diabetiker geeignet, da es nicht verstoffwechselt wird
  • Kann Zucker aufgrund der Verträglichkeit komplett ersetzen
  • Ein rein pflanzliches Produkt
  • Nicht gut zum Backen geeignet
  • Hat einen relativ intensiven Eigengeschmack